Modell UH-1 · Krypto-Vergleich
Ratgeber · Börsen & KaufenZuletzt geprüft: 5. Oktober 2026

Lizenzierte Krypto-Börsen 2026: Welche Anbieter eine MiCA-Lizenz haben

Seit dem 1. Juli 2026 brauchen Krypto-Anbieter in der EU eine MiCA-Lizenz. Welche Börsen sie haben, wie du das selbst prüfst und was Nutzer über sie berichten.

Kurz gesagt

Seit dem 1. Juli 2026 dürfen in der EU nur noch Anbieter mit MiCA-Zulassung Krypto-Dienstleistungen anbieten. Zugelassen sind unter anderem Bitvavo, Bitpanda, Kraken, Coinbase, Trade Republic und BISON. Ob eine Börse wirklich lizenziert ist, prüfst du in wenigen Minuten im öffentlichen Register der ESMA. Über die Kosten sagt die Lizenz nichts: Für einen Kauf mit anschließendem Verkauf wurden zwischen 0,53 % und 6,45 % gemessen.

Was die MiCA-Lizenz bedeutet

MiCA ist die EU-Verordnung über Märkte für Kryptowerte. Wer in der EU Kryptowerte verwahrt, tauscht oder Kauf- und Verkaufsaufträge ausführt, braucht dafür eine Zulassung als Krypto-Dienstleister (englisch: Crypto-Asset Service Provider, kurz CASP). Die Zulassung erteilt die Aufsicht eines Mitgliedstaats, in Deutschland die BaFin. Danach gilt sie in der ganzen EU.

Für Anbieter, die schon vorher am Markt waren, gab es je nach Land unterschiedlich lange Übergangsfristen. Die letzte ist am 1. Juli 2026 abgelaufen. Seitdem gilt ohne Ausnahme: Wer keine Zulassung hat, darf Kunden in der EU keine Krypto-Dienstleistungen mehr anbieten.

Eine Zulassung verlangt unter anderem:

  • Getrennte Verwahrung: Die Kryptowerte der Kunden müssen vom Vermögen der Börse getrennt sein, damit sie bei einer Pleite nicht in der Insolvenzmasse landen (Art. 70 und 75 MiCA).
  • Beschwerdeverfahren: Jeder Anbieter muss Beschwerden nach festen Regeln bearbeiten (Art. 71 MiCA).
  • Aufsicht: Eine Behörde prüft Geschäftsleitung, Kapital und Abläufe und kann die Zulassung wieder entziehen.

Die lizenzierten Börsen im Überblick

Diese sechs Anbieter haben wir bisher geprüft. Alle stehen im ESMA-Register. Die Spalte „Echte Kosten“ zeigt, was ein Kauf mit sofortigem Verkauf insgesamt kostet, also Gebühr und Spread. „Studie“ heißt: gemessen bei 432 Testkäufen mit 100 € und 500 € (Frankfurt School Blockchain Center und intas.tech, Januar bis Februar 2026). „Berechnet“ heißt: aus den veröffentlichten Gebühren des Anbieters.

AnbieterAufsichtEchte Kosten (Kauf + Verkauf)KryptowerteSparplan
BitvavoAFM · Niederlande0,53 %Studie450ab 5,00 €
BISONBaFin · Deutschland2,50 %berechnet · BTC/ETH63ab 0,01 €
Trade RepublicBaFin · Deutschland2,77 %Studie50ab 1,00 €
BitpandaFMA · Österreich4,99 %Studiek. A.ab 10,00 €
KrakenCentral Bank of Ireland · Irland5,92 %Studiek. A.Ja
CoinbaseCSSF · Luxemburg6,45 %Studiek. A.Ja

Was die Tabelle allein nicht zeigt:

  • Bitvavo war in der Studie mit Abstand am günstigsten (0,53 %). Dazu kommen rund 450 Kryptowerte und ein Sparplan ab 5 €.
  • Trade Republic verlangt 1 € pro Kauf oder Verkauf, Sparpläne sind gebührenfrei und starten bei 1 €. Bei größeren Beträgen sinkt der Prozentwert, weil die Gebühr fest ist.
  • BISON verlangt keine Ordergebühr, verdient aber am Spread: im Schnitt 1,25 % pro Seite bei Bitcoin und Ethereum, 1,75 % bei anderen Kryptowerten.
  • Kraken und Coinbase waren in der einfachen App am teuersten. Beide haben eine Profi-Oberfläche mit Orderbuch (Kraken Pro, Coinbase Advanced), die laut Anbieter günstiger ist. Die haben wir noch nicht nachgemessen.
  • Bitpanda lag in der Studie bei 4,99 %. Bei Bitcoin nennt Bitpanda einen Aufschlag von 0,99 % pro Kauf oder Verkauf, der im Preis enthalten ist.

Wie wir Kosten, Angebot und Lizenz gewichten, steht in unserer Methodik.

Was Nutzer über die Börsen berichten

Wir haben bei diesen Anbietern noch keine eigenen Testkonten. Deshalb zeigen wir, was andere Nutzer öffentlich bewerten: die Durchschnittsnoten auf Trustpilot und im deutschen App Store und die Beschwerde, die in aktuellen Bewertungen am häufigsten vorkommt.

AnbieterTrustpilotApp Store (DE)Häufigste Beschwerde
BISON3,91.700 Bewertungen
23 % vergeben 1 Stern
4,640.511 BewertungenÜberweisungen dauern teils mehrere Wochen
Bitpanda4,115.831 Bewertungen
17 % vergeben 1 Stern
4,755.907 BewertungenHohe Spreads beim Kauf und Verkauf
Bitvavo4,122.995 Bewertungen
10 % vergeben 1 Stern
4,54.021 BewertungenKonten werden für Geldwäsche-Prüfungen eingeschränkt, Auszahlungen bleiben bis zur Klärung gesperrt
Coinbase4,023.214 Bewertungen
43 % vergeben 1 Stern
4,443.939 BewertungenKonten werden ohne klare Erklärung gesperrt
Kraken3,29.065 Bewertungen
50 % vergeben 1 Stern
4,53.260 BewertungenKontosperren, oft nach der ersten Einzahlung oder nach Überweisungen von fremden Konten
Trade Republic4,660.980 Bewertungen
12 % vergeben 1 Stern
4,6442.950 BewertungenVieles geht nur in der App, am Computer fehlen Funktionen

Stand: 5. Oktober 2026. Bewertungsportale sind nicht repräsentativ: Wer sich ärgert, schreibt eher, und Anbieter, die Kunden aktiv einladen, bekommen mehr gute Bewertungen. Wir prüfen nicht, ob einzelne Bewertungen echt sind. Die Stimmen fließen weder in unsere Kostenwerte noch in eine Note ein.

Drei Muster fallen auf:

  1. Kontosperren bei Geldwäsche-Prüfungen sind die häufigste Beschwerde, bei fast allen Anbietern. Lizenzierte Börsen müssen die Herkunft von Geld prüfen und sperren Konten, bis die Prüfung abgeschlossen ist. Mehrere Kraken-Nutzer berichten von Sperren nach Überweisungen von einem fremden Konto. Zahl deshalb immer nur von einem Konto auf deinen eigenen Namen ein.
  2. Die App-Noten sind deutlich besser als die Trustpilot-Noten. Im App Store bewerten vor allem Menschen, die die App täglich nutzen. Auf Trustpilot schreiben überdurchschnittlich viele, die ein Problem hatten. Bei Kraken vergibt die Hälfte der Trustpilot-Bewertungen nur einen Stern, bei Coinbase sind es 43 %.
  3. Hohe Spreads bemerken viele erst beim Verkauf. Bei Bitpanda ist das eine wiederkehrende Beschwerde. Das passt zu den gemessenen Kosten in der Tabelle oben.

So prüfst du eine Lizenz selbst

Betrügerische Plattformen kopieren gern bekannte Namen. Die Prüfung dauert nur ein paar Minuten:

  1. Öffne die MiCA-Seite der ESMA und lade die Liste der Krypto-Dienstleister (CASPs) herunter. Sie ist eine Tabelle, die sich mit jedem Tabellenprogramm öffnen lässt.
  2. Such nach der Firma, nicht nach der Marke. Kraken heißt im Register zum Beispiel „Payward Europe Solutions Limited“. Die Firma steht im Impressum oder in den AGB der Börse.
  3. Vergleiche die Website im Register mit der Adresse in deinem Browser. Steht dort eine andere Domain, bist du womöglich auf einer Fälschung.
  4. Prüf die Dienstleistungen. Buchstabe „a“ steht für die Verwahrung. Ohne ihn darf der Anbieter deine Kryptowerte nicht für dich aufbewahren.

Weitere lizenzierte Anbieter, die wir noch nicht geprüft haben

Das Register enthält über 350 Einträge, darunter viele Banken und kleine Spezialanbieter. Diese bekannten Börsen und Apps sind ebenfalls zugelassen. Wir haben ihre Kosten und Angebote noch nicht geprüft, deshalb stehen sie hier ohne Bewertung und ohne Link.

Marke Firma laut Register Aufsicht Zugelassen seit
Bybit Bybit EU GmbH FMA (Österreich) 28.05.2025
OKX OKX Europe Limited MFSA (Malta) 27.01.2025
Crypto.com Foris DAX MT Limited MFSA (Malta) 27.01.2025
Gemini Gemini Intergalactic EU Ltd MFSA (Malta) 21.08.2025
Bitstamp Bitstamp Europe S.A. CSSF (Luxemburg) 15.05.2025
KuCoin EU KuCoin EU Exchange GmbH FMA (Österreich) 27.11.2025
Revolut Revolut Digital Assets (Europe) Ltd CySEC (Zypern) 20.10.2025
N26 N26 Bank SE BaFin (Deutschland) 14.05.2025
21bitcoin FIOR Digital GmbH FMA (Österreich) 27.11.2025

Quelle: ESMA-Register, Stand 31.08.2026. Eine Zulassung kann entzogen werden. Prüf deshalb vor der Kontoeröffnung immer den aktuellen Stand.

Wie wir auswählen

Wir nehmen nur Anbieter in den Vergleich auf, die im ESMA-Register stehen. Jeder Wert im Vergleich hat eine Quelle und ein Datum. Wo wir einen Wert nicht belegen können, steht „k. A.“, und wir schätzen nicht. Derzeit haben wir mit keinem der genannten Anbieter einen Werbevertrag. Sobald sich das ändert, kennzeichnen wir die Links als Werbung. Mehr dazu unter Wie wir Geld verdienen.

Häufige Fragen

Welche Krypto-Börsen haben eine MiCA-Lizenz?

Im Register der ESMA stehen über 350 zugelassene Krypto-Dienstleister. Darunter sind Bitvavo (AFM, Niederlande), Bitpanda (FMA, Österreich), Kraken (Central Bank of Ireland), Coinbase (CSSF, Luxemburg) sowie Trade Republic und BISON (beide BaFin). Auch Bybit EU, OKX, Crypto.com, Bitstamp und KuCoin EU sind eingetragen.

Ist mein Geld bei einer lizenzierten Börse sicher?

Sicherer als bei einem Anbieter ohne Zulassung, aber nicht risikofrei. MiCA verlangt zum Beispiel, dass die Kryptowerte der Kunden getrennt vom Vermögen der Börse verwahrt werden. Eine Einlagensicherung wie beim Bankkonto gibt es für Kryptowerte nicht, und gegen Kursverluste schützt keine Lizenz.

Darf ich Binance noch nutzen?

Binance hat keine MiCA-Lizenz und nimmt seit Juli 2026 keine neuen Kunden aus der EU mehr an. Bestehende Guthaben lassen sich laut Binance weiter abheben. Welche Börsen sich als Ersatz eignen, steht in unserem Artikel zu Binance-Alternativen.

Wie prüfe ich, ob eine Börse lizenziert ist?

Öffne das Register der ESMA, lade die Liste der Krypto-Dienstleister (CASPs) herunter und suche nach dem Firmennamen. Entscheidend ist die Firma, mit der du den Vertrag schließt. Sie steht im Impressum oder in den AGB und heißt oft anders als die Marke.

Quellen

  1. Interim MiCA Register: Liste der zugelassenen Krypto-Dienstleister (CASPs), Stand 31.08.2026ESMA · abgerufen am 5. Oktober 2026
  2. Verordnung (EU) 2023/1114 über Märkte für Kryptowerte (MiCA)EUR-Lex · abgerufen am 5. Oktober 2026
  3. MiCAR-Übergangsfrist endet am 1. Juli 2026Rose & Partner · abgerufen am 5. Oktober 2026
  4. Studie zu Handelskosten bei Krypto-Anbietern (432 Testkäufe, Januar bis Februar 2026)Frankfurt School Blockchain Center & intas.tech · abgerufen am 5. Oktober 2026
  5. Bewertungsprofile der sechs Anbieter (einzeln verlinkt in der Tabelle „Was Nutzer berichten“)Trustpilot · abgerufen am 5. Oktober 2026
  6. App-Bewertungen im deutschen App Store (einzeln verlinkt in derselben Tabelle)Apple · abgerufen am 5. Oktober 2026

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